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Was ist ein Budget?

Liebe FinanzFüxe! Die zweite, erweiterte und verbesserte Auflage meines Buches ist gerade in Arbeit. Deshalb kann es ein bisschen dauern, bis es wieder neue Inhalte auf dieser Seite gibt. Ihr habt Ideen, die nicht in meinem Buch fehlen dürfen? – Schreibt mir bitte an christine@filfux.com. Danke! 🙂 Damit das Warten nicht so lange dauert, hier ein kleiner „Bonus-Blogartikel“:

„Ein guter Tag beginnt mit einem sanierten Budget.“, meinte Karl-Heinz Grasser in seiner Budgetrede einst. Aber was ist eigentlich ein „Budget“? Und warum sollte jeder Haushalt regelmäßig eines aufstellen?

Zunächst einmal: Ein Budget hält fest, wie viel Geld du ein einem gewissen Zeitraum verwalten wirst. Es ist sozusagen das Geld, mit dem du arbeitest. Du kannst grundsätzlich frei wählen, was mit diesem Geld passiert. Spätestens am Ende des Zeitraums, für den du dein Budget erstellt hast, musst du vergleichen, ob du dich sauber daran gehalten hast – ob du einen Überschuss erwirtschaftet hast – oder, und das ist unser Worst Case: Ob die Schulden gewachsen sind. In der Wirtschaft gibt es noch einige differenziertere Definitionen dieses Begriffs, die du zum Beispiel hier abrufen kannst. Aber für einen Privathaushalt kommt unsere Erklärung schon einmal ganz gut hin!

Und warum braucht jeder Haushalt eigentlich ein Budget? – „Damit man seine Zahlungen planen kann.“ werden jetzt einige von euch wie aus der Pistole geschossen antworten, und damit haben sie auch recht. Aber ein schriftliches Budget, das monatlich neu erstellt wird, hat noch einen weiteren großen Vorteil: Den psychologischen Effekt. Wenn ihr zum Beispiel zu Monatsbeginn festgelegt habt, dass der wöchentliche Einkauf am Samstag höchstens EUR 80,00 ausmachen darf und ihr an der Kassa feststellt, dass ihr mit EUR 60,00 ausgekommen seid. – Wie fühlt man sich da? Richtig super natürlich! Wer seine Ausgaben plant, hat also laufend Erfolgserlebnisse, wenn er „klüger“ gehandelt hat, als der Plan vorgesehen hat. Der Erfolgt schlägt sich umgekehrt auch in der Buchhaltung nieder.

Außerdem fällt es wesentlich leichter, „Nein“ zu sagen, wenn ihr auf Punkt und Komma genau wisst, wie viel Geld ihr maximal ausgeben dürft. Auch das ist eine wertvolle Eigenschaft, die euch auch in anderen Bereichen des Lebens immens weiterhelfen kann. Ihr wisst schon: Je öfter ihr Ja sagt, desto weniger Gewicht hat ein einzelnes Ja. Je öfter ihr hingegen Nein sagt, desto wertvoller ist eine Zustimmung von euch.

Ein Budget ist also auch eine Schule für’s Leben. 😉

 

 

 

 

Haushalte sind Unternehmen!

Egal ob angestellt oder selbstständig: Jeder ist Unternehmer seines Lebens. Denn: Haushalte sind Unternehmen! Wer sein Budget für „Unterhaltung“ regelmäßig überzieht, weil er die neueste Spielkonsole oder den aktuell gehypten Fernseher unbedingt haben möchte, rutscht schnell auf dem Konto ins Minus. Und wer sich brav an seine geplanten Budgets hält, dem bleibt am Monatsende etwas über. Ein überzogenes Konto oder ein gut gefülltes Sparbuch sind aber nichts anderes als das, was Unternehmer als „Verlust“ oder „Gewinn“ bezeichnen. Jeder private Haushalt – egal, ob „One-Man-Show“, Ehepaar oder Familie – sollte daher auch unternehmerisch wirtschaften, wenn er auf lange Sicht „auf dem Markt“ bestehen möchte. Zur Verdeutlichung dieser Argumentation habe ich ein Beispiel vorbereitet:

Ein Vergleich

Stellt euch zwei Muster-Haushalte vor. Beide bestehen aus Mama, Papa und einem Kind:

Haushalt 1: Mama und Papa hatten immer schon kostspielige Hobbies: Mama geht seit Kindertagen in ihrer Freizeit reiten und hat sich zu diesem Zweck ein eigenes Pferd gemietet. Papa fährt Motorrad. Beide rauchen, seit sie zwölf Jahre alt sind. Als dann ihr Kind zur Welt kam, haben Mama und Papa sofort einen Platz in der Krippe für ihr Baby gebucht. Sie müssen jemand anderen zahlen, um ihr Kind großzuziehen. Schließlich müssen die beiden ja ohnehin dringend arbeiten gehen, um sich ihre Wohnung, die Betriebskosten, Lebensmittel, Hobbies, Zigaretten und die Betreuungsperson für ihr Kind leisten zu können.

Die Eltern leben an ihrem persönlichen Kostenlimit, oft müssen kurzfristige Konsumkredite aufgenommen werden. Haben die beiden endlich Feierabend, gehen sie gerne zusammen mit Freunden ein paar Bierchen zwitschern. Für das gemeinsame Kind ist kaum Zeit vorhanden. Und Geld? Das sowieso nicht.

Haushalt 2: Mama und Papa hatten auch teure Freizeitprojekte, als sie noch Kinder waren: Mama hat sich selbst programmieren beigebracht und benötigte dafür Hard- und Software. Papa hat ein Instrument gelernt. Beide gehen gerne radfahren und wandern. Alkohol und Drogen waren nie eine Option für sie. Ihre Gesundheit steht für sie an erster Stelle. Als ihr Kind zur Welt kam, hat Mama sich dazu entschieden, zu Hause zu bleiben: So kann sie den Haushalt führen, für gesundes Essen und gelegentlich nette Familienfeiern sorgen. Papa kümmert sich dafür um die Geldbeschaffung und freut sich auf den Feierabend: Dann kann er endlich mit seinem Kind spielen, musizieren und Zeit mit seiner Familie verbringen.

Weil es somit nur ein Einkommen gibt, muss die Familie ihre Ausgaben sehr genau planen. Für das Haus haben die Eltern einen Kredit aufgenommen. Davon abgesehen bemühen sie sich aber, keine neuen Schulden zu verursachen. Deshalb gibt es jahrelang auch keinen Fernseher, keinen Coffee-to-go und keine Restaurant-Besuche. Nach ein paar Jahren beginnt Mama aber, von zu Hause aus Software zu schreiben und zu verkaufen, wodurch das Einkommen plötzlich enorm steigt. Somit kann das Kind sogar seine Wunschschule besuchen.

Eine kurze Analyse

Betrachten wir Haushalt 1 als ein Unternehmen: Rein finanziell betrachtet ist die Firma nicht auf lange Dauer ausgelegt. Schulden werden für den Konsum, aber nicht für Investitionen aufgenommen. Die Nachfolgeregelung gibt auch zu denken: Durch Passivrauchen beeinträchtigen die Manager die Gesundheit ihres aufzubauenden Nachfolgers. Und die soziale Kälte, die durch die häufige Abwesenheit der Geschäftsführer entsteht, sorgt für ein höchst unangenehmes Betriebsklima. Für mich steht fest: Hier würde ich nicht arbeiten wollen.

Haushalt 2 ist in meinen Augen hingegen ein klassischer Great Place to Work: Die Ausgaben der Firma werden für Investitionen getätigt, die später wieder Geld in die Kasse spülen. Der Nachfolger wird sowohl in gesundheitlicher wie auch in erzieherischer Hinsicht auf seine Rolle als späterer Geschäftsführer vorbereitet. Und die häufigen Anwesenheiten der Manager sorgen dafür, dass es ein Gemeinschafts- und Zugehörigkeitsgefühl entsteht.

Und nun seid ihr an der Reihe: In welchem Unternehmen würdet ihr euch lieber als Mitarbeiter bewerben? – Ich freue mich auf eure Kommentare!

 

 

 

Eigene Buchhaltung – Die Vorteile

Ihr interessiert euch für Finanzmanagement und plant, eure eigene Buchhaltung zu starten? – Vielleicht habt ihr schon mit ein paar Freunden darüber geredet und Sätze gehört wie: „Aber warum möchtest du dir das alles überhaupt antun? Das kostet doch Zeit!“. Und natürlich stimmt das. Aber eine eigene Buchhaltung birgt viele Vorteile.  (mehr …)

Ein paar praktische Tipps für eure eigene Buchhaltung

Wie sich einige von euch nach dem Lesen von „Fil Fux‘ Finanzmanagement“ gefragt haben, wäre es schon hilfreich, zu wissen, wie man eine eigene Buchhaltung startet. Also eine Anleitung, so richtig „back-to-the-roots-and-bottom-up“. Ok, hier ist sie:  (mehr …)

Geburtstagstorten-Rechnung

Ein riesengroßes „Alles Gute zum Geburtstag!!!“ an all die glücklichen Geburtstagskinder dort draußen! – Zur Feier des Tages wird heute extra schnell gerechnet:

Eine Geburtstagstorte kostet den Hersteller EUR 3,90. Er schlägt 400 % auf. Zu welchem Preis wird die Torte verkauft?

Lösung:

Wenn 100 % EUR 3,90 entsprechen und wir den Verkaufspreis von 500 % (= 100 % + 400 %) wissen wollen, multiplizieren wir mit 5 und erhalten die Torte im EUR 19,50 im Handel.

Besser, wir machen sie selber. 😉

Der reparierte Handschuh

Guten Morgen allerseits! – Passend zu den eisigen Temperaturen da draußen habe ich mir heute meine alten Handschuhe angesehen und festgestellt, dass sie schon reichlich Löcher im Leder haben. Daher folgt dazu passen gleich die heutige Rechenaufgabe:

Soll ich neue Handschuhe kaufen oder die alten reparieren lassen?

Neue Handschuhe kosten EUR 249,00 und werden frei Haus geliefert, da ich die genauen Maße kenne, kann ich über einen Webshop bestellen.

Eine Reparatur kostet EUR 50,00 an Material zzgl. der Arbeitsstunden des Handschuhmachers. Garantierte Maximal-Arbeitszeit sind 30 Minuten. Eine Stunde kostet EUR 80,00. Um zur Reparaturwerkstatt zu kommen, benötige ich eine Zugkarte um EUR 29,00.

Lösung:

Die Reparatur kostet insgesamt EUR 50,00 + (0,5 Stunden x EUR 80,00 = ) EUR 40,00 + EUR 29,00 = EUR 119,00. Somit wäre eine Reparatur deutlich günstiger als ein Paar neuer Handschuhe.

Sparschwein-Mathematik

Hallo ihr Lieben! – Ich habe gerade mein Sparschwein betrachtet und mir folgende Frage gestellt:

Wie viel hat mein Sparschweinchen im Bauch, wenn ich es ein Jahr (mit 365 Tagen) lang wie folgt füttere:

  • Im Jänner bekommt es täglich EUR 1,00.
  • Im Februar werfe ich pro Tag EUR 2,00 hinein.
  • Im März, April, Mai und Juni kann ich EUR 1,50 täglich einwerfen.
  • Für jeden weiteren Tag im Jahr bekommt das Schweinchen nur noch EUR 0,50.

Lösung:

  • Der Jänner hat 31 Tage, somit EUR 31,00 im Jänner.
  • Der Februar hat, da wir kein Schaltjahr haben, 28 Tage und somit freut sich das Ferkel über EUR 56,00.
  • März und Mai haben jeweils 31 Tage, April und Juni nur 30, gesamt sind das also 122 Tage à EUR 1,50, was EUR 183,00 entspricht.
  • Für die restlichen Tage im Jahr, das sind (365 – 31 – 28 – 31 – 31 – 30 – 30 = ) 184, gibt es insgesamt EUR 92,00 (184 x EUR 0,50).

In Summe darf ich mich also über EUR 362,00 freuen.

Die Theorie des total tollen Toastes

Guten Morgen, Sportsfreunde! – Hier eine kleine Aufgabe zum Start in den Tag:

Wenn ich meinen Toast beim Bäcker kaufe, kostet ein Wecken EUR 2,30. Wenn ich hingegen selbst backe, mache ich immer zwei Toast-Wecken. Einen behalte ich selbst und den anderen verkaufe ich um EUR 1,90. Meine Ausgaben für Zutaten belaufen sich auf EUR 2,40 zuzüglich des Stroms für meinen Backofen (EUR 0,02). Ich backe beide Brote gleichzeitig. Wie hoch ist mein Gewinn in EUR für den Toast, den ich verkaufe? Wie viel kostet mich das Brot, das ich für mich selbst gemacht habe?

Lösung:

Ich beantworte die letzte Frage zuerst: Wenn ich für mich selbst einen Toastwecken backe, benötige ich nur die Hälfte der Zutaten, also EUR 2,40 : 2 = EUR 1,20. Dazu kommen die Kosten für das Backen im Ofen, gesamt kostet mich das Brot, das ich für mich selbst gebacken habe, also EUR 1,20 + 0,02 = EUR 1,22.

Nun zur ersten Frage: Die Zutaten für das zu verkaufende Brot kosten mich EUR 1,20 (s. oben). Da ich die beiden Brote aber gleichzeitig backen kann, kann ich die Stromkosten hier nicht mehr ansetzen. Schließlich muss ich den Ofen einschalten, egal, wie viele Brote darin gebacken werden. Da ich das fertige Brot um EUR 1,90 verkaufe, habe ich EUR 1,90 – EUR 1,20 = EUR 0,70 Gewinn gemacht. Prima!

Diese Aufgabe heißt deshalb „Theorie …“, weil ich theoretisch eine geringfügig längere Backzeit habe, wenn ich zwei statt eines Brotes in den Ofen schiebe. Aber das vernachlässigen wir hier.

Das Pizza-Problem

Hallo Ihr Lieben! – Passend zum guten Start in den Morgen gibt es wieder eine kleine Rechenaufgabe:

Rudi Räudige ist beim Schulfest seiner Kinder als Pizzabäcker eingeteilt. Ich soll ihm helfen, zu ermitteln, zu welchem Preis er seine Waren anbieten kann. Für 100 Stück Pizza benötigt er Zutaten im Gesamtwert von EUR 179,80. Den Pizzaofen muss er mit Holzscheiten heizen, insgesamt wird er dafür EUR 11,90 ausgeben müssen. Für seine Arbeitszeit möchte er gesamt EUR 200,00 bekommen.

Wie hoch sind die Kosten für eine Pizza? Runde auf Cent. Und zu welchem Preis wird die Pizza verkauft, wenn auf jede Pizza 30 % aufgeschlagen werden sollen, die direkt an die Schule als Einnahme gehen? Der Verkaufspreis wird auf 10 Cent gerundet.

Lösung: 

Als Erstes müssen wir wissen, wie hoch die Kosten insgesamt sind: EUR 179,80 + EUR 11,90 + EUR 200,00 = EUR 391,70. Dividiert durch 100 Pizze ergibt das also EUR 3,92 sind die Stückkosten pro Pizza.

Wenn die Schule nun einen Aufschlag von 30 % auf die Stückkosten erhält, dann wird die Pizza um EUR 5,10 verkauft. Gerechnet haben wir mit einer Schlussrechnung: x EUR sind 130 %, wenn gilt: 100 % sind EUR 3,92. –> x = (3,92 x 130) : 100 –> x = 5,096. Wir runden auf 10 Cent und erhalten: EUR 5,10.

Rabatt und Skonto

Hallo ihr Lieben! – Bereit für eine kleine Rechenaufgabe?

Rudi Räudige hat mir vom Aktionsangebot seines bevorzugten Fahrrad-Händlers erzählt: Das „Strampel-Bike 2001“ gibt es nächste Woche um EUR 760,00 statt EUR 1.200,00. Wenn Rudi das Fahrrad innerhalb von sieben Tagen bezahlt, bekommt er 3 % Skonto.

Wie hoch ist der Rabatt in %? Welchen Betrag würde Rudi bezahlen, wenn er den Skonto in Anspruch nimmt?

Lösung: 

Zum Lösen machen wir eine Schlussrechnung: x % sind EUR 760,00, wenn gilt: 100 % sind EUR 1.200,00. Wir landen durch Ausmultiplizieren bei: x = (100 x 760,00) : 1.200 –> x = 63,33 %. Der Rabatt entspricht demnach 100 % – 63,33 % = 36,67 %.

Wenn Rudi nun den Skonto in Anspruch nimmt, zahlt er EUR 737,20. Gerechnet haben wir das so:

Die Schlussrechnung lautet: x EUR sind 97 %, wenn gilt: EUR 760,00 sind 100 %. Das führt uns zu x = (760 x 97) : 100 –> x = 737,20.


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