Pasta Asciutta mit Roastbeef-Sugo

Was ist „Pasta Asciutta“? Als Kind war für mich klar, dass es sich hierbei um Spaghetti mit einer absolut unwiderstehlichen Sauce nach dem Rezept meiner Mama handelte. Seltsamerweise nannten meine Mitschüler dasselbe Gericht „Spaghetti Bolognese“. Und das, obwohl diese Nudeln eine ganz andere Sauce bei uns zu Hause hatten (nämlich wie Pasta „Schutta“, nur ohne Sellerie und Karotten). Als mir meine Schwiegereltern vor Kurzem erklärten, dass man Pasta Asciutta mit Tomaten und Zucker zubereitet, war es aber soweit: Ich recherchierte und fand folgende Fakten über dieses Gericht:

  1. „Pasta Asciutta“ heißt auf Deutsch so viel wie „geschüttelte“ oder eben „gut abgetropfte“ Nudeln. Also im Prinzip das, was man im deutsch-sprachigen Raum ohnehin unter „Pasta“ versteht. In Italien kennt man neben den abgetropften Nudeln noch weitere Zubereitungsarten. Nudeln in Suppe heißen beispielsweise „in brodo“, überbacken „al forno“.
  2. Was in Österreich als „Pasta Asciutta“ kredenzt wird, sind in Deutschland „Spaghetti Bolognese“. Und in Italien versieht man die jeweils gerade zubereitete Nudelsorte mit dem Zusatz „al ragù„, zum Beispiel „Tagliatelle al ragù“.
  3. (Fun Fact) Dass „Spaghetti Bolognese“ auf Italienisch „Sugo al ragù“ heißen, ist kompletter Blödsinn. Bei uns familienintern aber ein Running Gag.
  4. Da die charakteristische Sauce für die österreichische „Pasta Asciutta“ dieselben Hauptzutaten wie Roastbeef hat, habe ich das Gelernte mit dem Nützlichen verbunden und nenne abgetropfte Nudeln mit der Sauce, die so ähnlich wie bei meiner Mama schmeckt … Trommelwirbel! … „Pasta Asciutta mit Roastbeef-Sugo“.

Und nach dieser netten Plauderei folgt nun endlich mein Rezept.

Pasta Asciutta

Pasta Asciutta, Spaghetti Bolognese oder Sugo al ragù? Die Bezeichnungen mögen verwirrend sein, der Geschmack ist dafür umso eindeutiger.

 

Zutaten für 4 Portionen

  • 300 – 500 g Rinderfaschiertes (je nach Hunger)
  • ca. 100 ml Gemüsesuppe (aus Suppenwürfeln herstellen)
  • 2 Karotten, geraspelt
  • 0,25 – 0,5 Sellerie-Wurzeln, geschält und geraspelt
  • 2 Zwiebeln, gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, gehackt
  • 1 Lorbeerblatt
  • mind. 3 EL Tomatenmark
  • mind. 1 Dose Tomaten oder 1 Flasche passierte Tomaten (Empfehlung: haltet beides bereit, dann habt ihr auf jeden Fall genug zum „Strecken“ der Sauce auf Lager)
  • etwas Oregano
  • etwas Basilikum
  • Fett zum Rösten des Fleisches (bei mir: Butterschmalz)
  • Salz
  • Pfeffer
  • 4 Portionen Spaghetti oder andere Nudeln, al dente gekocht und gut abgetropft, aber nach Möglichkeit nicht abgeschreckt

Zubereitung „Pasta Asciutta“

  1. Das Fett in einem Kochtopf oder einer hohen Pfanne erhitzen, das Faschierte darin braun anrösten, mit Suppe ablöschen.
  2. Zwiebeln, Knoblauch, Karotten und Sellerie zugeben, abgedeckt kurz andünsten.
  3. Danach die übrigen Zutaten mit Ausnahme der Nudeln zugeben und zugedeckt mindestens eine halbe Stunde lang bei geringer Hitze köcheln lassen.
  4. Vor dem Servieren schmeckt man die Sauce bei Bedarf noch mit Salz und Pfeffer ab.

Tipps und Tricks

  • Die Sauce ist fertig gekocht, sobald sich auf der Oberfläche eine Marmor-Muster unterschiedlicher Rottöne zeigt. – Dies gilt übrigens für fast alle Tomaten-Saucen.
  • Die Mengenangaben sind als „ungefähre Richtwerte“ zu verstehen: Man arbeitet immer nach Gefühl. Hat man zum Beispiel eine Pfanne mit großem Durchmesser, verdunstet die Flüssigkeit schneller und man sollte während des Kochens immer wieder mal etwas Wasser oder Suppe zufügen, damit nichts am Boden anbrennt. Ich koche hauptsächlich in hohen Kochtöpfen, weil die für mich leichter zu reinigen sind. Als ich vor ein paar Wochen mal wieder eine Sauce in einer Pfanne zubereiten wollte, habe ich den Verdunstungseffekt unterschätzt …
  • und deshalb folgt hier gleich der nächste Tipp: Falls mal eine Sauce am Topfboden anbrennt, auf keinen Fall wie wild im Gefäß herumschaben! Stattdessen einfach die Sauce in einen sauberen Topf kippen, weiterköcheln lassen und anschließend genießen. Die angebrannten Reste bleiben im ursprünglichen Topf zurück und können mit reichlich Wasser aufgekocht werden. Das Wasser löst den Bodensatz und das Geschirr lässt sich schlussendlich leicht per Hand abwaschen.
  • Diese Sauce kann in größeren Mengen vorgekocht und portionsweise tiefgekühlt werden. In ein sauberes Marmeladeglas gefüllt, hält sie aber auch mehrere Tage im Kühlschrank. Bei uns maximal zwei Tage, denn danach war sie immer schon ratzeputz vertilgt. 😉
  • Dazu passt frisch geriebener Parmesan oder fein geschnittene Petersilie vom eigenen Fensterbrett oder aus dem eigenen Garten.
  • Wer möchte, kann statt mit Suppe auch mit Rotwein aufgießen. Vielen herzlichen Dank an Ingrid für diesen Tipp!

Gutes Gelingen beim Nachkochen!

Wenn ihr wenig Zeit zum Kochen und dafür große Lust auf Spaghetti habt, dann probiert doch auch mein Rezept für Knoblauch-Spaghetti aus! Oder wie wäre es mit Nudeln „al forno“? Zu meinem aktuellen Lieblings-Nudelauflauf geht’s hier. Für was auch immer ihr euch entscheidet: Jetzt im Sommer geht bei uns zu Hause fast nichts ohne Salat, mein Favorit aktuell ist Rhonen-Salat mit Thunfisch.

 

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